Coaching-Literatur: Beratungswiese empfiehlt I

veröffentlicht am 25. Mai 2016

Ich bin aus meinem sonnigen Pfingsturlaub zurück. Stets nehme ich mir Coaching-Bücher mit, die mir für meine Arbeit hilfreich erscheinen, sogenannte „Weiterbildungslektüre“. Mit dem festen Vorsatz, in der schönen freien Zeit das viel zu lange liegengebliebene Werk nun auch endlich einmal zu lesen, geht es los. Doch dann wandern die Coaching-Übungen zum Urlaubsende wieder mal ungelesen in den Koffer zurück. Die Ferienkrimis waren dann doch viel spannender. Nicht so diesmal! Welches Buch es geschafft hat, mich im Urlaub kurzweilig zu unterhalten UND gleichzeitig für meine Coachings nützlich ist,

stelle ich in diesem Blog vor.
 
Abbildung MiniMax-Interventionen von Manfred Prior

„MiniMax-Interventionen“ von Manfred Prior

Die „MiniMax-Interventionen“ von Manfred Prior (Carl-Auer Systeme Verlag) ist ein schmales Bändchen von noch nicht einmal 100 Seiten. Mittlerweile bereits in der 12. Auflage (2015), sind insgesamt bereits über 100.000 Exemplare erschienen. Das Buch wirbt auf dem Einband nicht zu Unrecht mit dem Hinweis, ein Beratungsbestseller zu sein. Und für EUR 9,95 mehr als bezahlbar.

An wen richtet sich das Buch?

Dieses Buch empfehle ich jedem, der ohne viel Aufwand bewusster kommunizieren möchte, kurzen, knappen Input schätzt und dafür wenig Geld investieren will. Das Buch will für typische negative Sprachmuster sensibilisieren, um die Wirkung von Gesprächen zu erhöhen. Sowohl Coaches, Mediatoren und Trainer, aber auch Lehrer, Anwälte oder Ärzte können hier für Ihre berufliche Praxis wertvolle Anregungen mitnehmen. Durch die Interventionen wird das Gegenüber motiviert und zur Reflektion bisheriger Denkgewohnheiten angeregt. Die insgesamt 15 Coaching-Tools werden auf jeweils ein bis drei Seiten erläutert und anhand von Beispielen veranschaulicht.

Wer ist Manfred Prior?

Der Autor Dr. phil. Dipl.-Psych. Manfred Prior ist Ausbilder der Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (MEG) und als Referent, Coach, Therapeut, Berater und Supervisor tätig. Seine 30jährige Erfahrung mit effizienter Gesprächsführung ließen ihn ein Buch schreiben, das durch Verständlichkeit besticht. Denn es ist viel schwieriger, sich einfach und klar auszudrücken, als langatmig und verschwurbelt. Das erkennt auch der Autor des Vorworts Bernhard Trenkle, der Goethe zitiert („Ich schreibe Dir einen langen Brief, für einen kurzen habe ich keine Zeit.“) Seine Faulheit als Antriebskraft, wollte Manfred Prior immer schon mit wenig Aufwand maximale Wirkung erreichen. Das ist ihm mit diesem Buch gelungen!

Aus dem Inhalt

Für mich war bereits Intervention 1 („In der Vergangenheit…“) ein wertvoller Tipp. Klienten im Coaching wollen Veränderung, darum kommen Sie zu mir. Dies mache ich Ihnen durch den vorangestellten Zusatz „In der Vergangenheit“ bewusst, wenn ich ihre geschilderten Schwächen, Probleme oder Unzulänglichkeiten wiedergebe. Sagt der Coachee z.B. „Ich kann einfach nicht nein sagen, wenn mich Kollegen um Hilfe bitten.“, wird durch die Intervention daraus „In der Vergangenheit konnten Sie nicht nein sagen, wenn Sie Ihre Kollegen um Hilfe baten…“ Damit helfe ich ihm sprachlich, sich auf zukünftige Lösungen einzulassen und zeige auf, dass es ab heute anders werden kann. MINimaler Aufwand, MAXimale Wirkung, wie der Buchtitel verspricht!

Was soll das Bärchen?

Durch das Buch führt die Zeichnung eines Bären. Er kommentiert jede der vorgestellten Kommunikations-Tools. Seine Beiträge sind in einer „radikalen Form der deutschen Rechtschreibung“ geschrieben und sollen Humor ins Werk bringen. Ich konnte mit dieser Figur leider nichts anfangen, Sie ist weder nett gezeichnet, noch niedlich oder witzig. Ich habe bis zum Ende des Buchs keinen Sinn in diesem Stilelement gefunden. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und der Bär tut dem Inhalt keinerlei Abbruch.

Fazit

Mit dem Buch könnt ihr nichts falsch machen! Egal, ob ihr beruflich beratend tätig seid oder der private Seelsorger für den Freundeskreis, die Tipps sind für jeden „Sprecher und Zuhörer“ hilfreich. Einmal lesen ist gut, aber immer wieder mal zur Hand nehmen und einige Anregungen daraus umsetzen, das empfiehlt der Autor, dem ich mich anschließen möchte. Einfach ausprobieren und die Wirkung beobachten… Die Tipp-Übersicht am Ende solltet ihr fotokopieren und sichtbar aufhängen, so werdet ihr immer an diese effizienten Kommunikationshilfen erinnert.