Aktuelles zu den Standards für Mediationsausbildungen

veröffentlicht am 23. März 2017

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail, in der ich über die neuesten Entwicklungen in Sachen Qualitätsstandards für Mediationsausbildungen informiert wurde. Seit Veröffentlichung der Mediationsverordnung wird daran gearbeitet, gemeinsame Kriterien zu entwickeln.

Nach Mitteilung des BMWA ist es nicht gelungen, zwischen den juristisch geprägten und den mediativen Interessengruppen eine gemeinsame Grundlage zu finden. Die Mediationsverbände arbeiten deshalb nun alleine an der Entwicklung allgemeingültiger Qualifikationsstandards für Mediationsausbildungen weiter:

Nach Verabschiedung der Mediationsverordnung gab es den Versuch, eine Stiftung unter Beteiligung der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), dem Deutschen Anwaltsverein (DAV), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesnotarkammer (BNotK) eine „Gemeinsame Anerkennungsstelle für Mediationsausbildungen“ (GAMA) nach der Mediationsverordnung zu gründen.

Am 23.02.2017 wurde deutlich, dass diese Stiftung vorerst nicht zustande kommt, weil es für die BRAK und den DAV rechtlich problematisch ist, den Markt für Mediationsausbildungen außerhalb des Marktes für Anwältinnen und Anwälte zu beeinflussen. Auch der DIHK und die BNotK konnten bislang eine Mitarbeit nicht zusagen.

Deshalb werden die Mediationsverbände BAFM, BM, BMWA, DFfM und DGM nunmehr die Arbeit an gemeinsamen Standards fortsetzen. Diese gemeinsamen Standards werden zwar die Anforderungen der Mediationsverordnung berücksichtigen, aber an einigen Stellen darüber hinausgehen. Unser Ziel ist es, mit einem einheitlichen Standard eine bessere Orientierung über Qualitätsstandards in der Mediation für Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten. Wir gehen auch davon aus, dass die in der Mediationsverordnung vorgesehene „Selbstzertifizierung“ keinen Schutz für Verbraucherinnen und Verbraucher darstellt. Daher möchten wir gemeinsam Orientierung bieten und mit eigenen Standards und Anerkennungsverfahren die Defizite in der Verordnung beheben.

Wie die Standards und das Verfahren genau aussehen werden, werden wir uns in den nächsten Treffen überlegen und parallel verbandsintern diskutieren. Über die nächsten Schritte werden wir noch vor der Sommerpause informieren.

Mit besten Grüßen

der Gesamtvorstand BMWA

Die durch die Verordnung vorgegebene alleinige Selektion durch den Markt ohne jegliches Qualitätskriterien kann auch aus meiner Sicht nicht der Weg sein. Mediation ist in Deutschland noch zu unbekannt, als das die Bevölkerung einen guten von einem schlechten Mediator unterscheiden könnte. Arbeitet der Mediator schlecht, setzt der Verbraucher dies mit der Methode an sich gleich und wird im schlimmsten Fall Mediation nicht noch einmal versuchen und auch seinem Umfeld nicht empfehlen.

Verbraucher brauchen Orientierung und Sicherheit. Die gibt es derzeit nur durch Mundpropaganda und Empfehlung. Ein Katalog an Mindestkriterien wäre ein gutes Mittel, um mehr Klarheit in unsere Profession zu bringen.