Papa Hipp geht in den Ruhestand

veröffentlicht am 23. September 2015

Konfliktpotential Generationenwechsel vorbeugen

Hipp ist ein Familienunternehmen und stolz darauf. Im TV-Spot spricht Unternehmenschef Claus Hipp höchstpersönlich den Hipp-Slogan: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Doch nun sehen die Zuschauer seit kurzem auf dem Bildschirm neben ihm noch einen zweiten Mann stehen. Stefan Hipp, Sohn von Claus Hipp, ist in die Geschäftsführung aufgestiegen. Ein Generationenwechsel steht an.
 
Der Wechsel in der (Unternehmens)führung verändert bestehende Strukturen. Bei Familienunternehmen verändern sich dann nicht nur die betrieblichen, sondern auch die familiären Rollen. Die Funktion der Elterngeneration, Wissen und Erfahrung an die Jüngeren zu vermitteln, endet. Dies kann sich auch auf die familiäre Rolle übertragen und ein Gefühl der Nutzlosigkeit und Entbehrlichkeit bei den Eltern auslösen. Um sich davor zu schützen wird der notwendige Generationswechsel so lange wie möglich hinausgeschoben und verdrängt. Die Kinder reagieren auf das Festklammern am Chefsessel mit Enttäuschung und Wut gegenüber den Eltern, ihnen die Führungsrolle nicht zuzutrauen. Dadurch fühlen sich die Älteren darin bestätigt, die Kinder seien noch nicht in der Lage, die Führungsrolle zu übernehmen. Ein Teufelskreis, das dem Unternehmen erheblich schaden kann. Sowohl das Unternehmen als auch der Familienverbund sollte sich deshalb frühzeitig mit dem Thema Generationswechsel auseinandersetzen. Welche gegenseitigen Erwartungen haben Eltern und Kinder aus ihrer Unternehmerrolle und als Familienteile aneinander? Welche Werte sind dem Senior wichtig, die die Filia-Chefin weiterleben sollte? Kann/soll/darf die Mutter noch eine Funktion im Unternehmen ausfüllen? Bei der Verständigung über die Art und Weise der Nachfolge ist die Begleitung durch einen Mediator ratsam. Er trägt z.B. dazu bei, alte Kommunikationsmuster und Diskussionsschleifen zu durchbrechen und regt die Beteiligten an, sich mit ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Mit seiner Unterstützung können diskret neue Lösungen gefunden werden, die alle Beteiligten mittragen wollen.
 
Bei Claus Hipp stehen die Chancen auf eine reibungslose Veränderung sehr gut. Im Interview mit der Zeit vom 27.8.2015 nennt er drei wichtige Faktoren für einen gut gelingenden Generationswechsel: Es herrsche eine ehrliche Kommunikation zwischen ihm und seinen Söhnen, er empfinde Freude an der Abgabe der Führungsverantwortung und beide Generationen teilen dieselben Unternehmenswerte.