Mediationsfundstück: Der Schlangenabguss im Tierpark Hagenbeck

veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Da ich von der Konfliktlösungsmethode Mediation absolut überzeugt bin, begleiten mich ihre Kommunikationsprinzipien und -werkzeuge ständig in meinem beruflichen und privaten Alltag. Als „selbst-und-ständige“ Mediatorin mache ich in meinem täglichen Leben manchmal Entdeckungen, die durch den Einsatz einer Mediatorin vielleicht anders gelaufen wären oder die eines der typischen Beispiele sind, bei denen eine Mediation auch nichts mehr hätte ausrichten können. Bei einem Ausflug mit meiner Tochter in den Tierpark Hagenbeck z.B. entdeckte ich ein wunderbares Symbol für den schlimmsten Ausgang, den ein Konflikt nehmen kann, die Vernichtung des Gegners unter Inkaufnahme des eigenen Untergangs. Nach der Einstufung auf dem Konfliktstufenmodell nach Glasl wäre das Stufe 9. (Über das Konfliktstufenmodell berichte ich demnächst hier ausführlicher.) Dort befindet sich am Steinbockfelsen eine Plastik zweier ineinander verbissener Schlangen. Auf der darunter angebrachten Plakette steht:

NATURABGUSS ZWEIER RIESENSCHLANGEN, die sich im Tierpark in der Nacht vom 25. bis 26. August 1909 aus Fressgier um den Kadaver eines Schwanes so ineinander verbissen, dass sie unfähig waren, sich wieder loszulassen. Bei dem Kampf wühlten sich die Schlangen in das Bassin ihres Behälters und ertranken.

Auch wenn das tierische Beispiel natürlich in Bezug auf menschliche Konflikte ein wenig hinkt, geht es doch auch hier um unerfüllte Bedürfnisse, die auch Menschen umso irrationaler handeln lassen, je existenzbedrohender der Angriff des Gegners auf sie wirkt. Ich habe das Bild in meine Fotogalerie aufgenommen um es für Vorträge oder Seminare einzusetzen. Ich finde es sehr eindrucksvoll!