Unterschiede aufzeigen: Der Mediator ist kein Schlichter!

veröffentlicht am 23. Januar 2013

Mediation scheint mittlerweile in Deutschland bekannt zu sein. Immer häufiger benutzen Journalisten den Begriff ohne weitere Erklärungen, um moderierende oder befriedende Tätigkeiten zu beschreiben. Unbekannt scheinen den Zeitungsmachern aber die Unterschiede zwischen Mediation und Schlichtung zu sein.* Beide Tätigkeiten werden häufig synonym verwendet, dabei schließen sie sich aus. Diese Unsauberkeit dient nicht der Verbreitung der korrekten Vorstellung eines Mediators in der Bevölkerung. Deshalb hier zwei wesentliche Unterscheidungsmerkmale zwischen einem Mediator und einem Schlichter:

  • Grundsätzlich macht ein Mediator im Gegensatz zum Schlichter keine eigenen Lösungsvorschläge.
  • Er braucht eigentlich auch keine inhaltlichen Fachkenntnisse über den Konfliktstoff (oft bevorzugen die Konfliktparteien aber einen Mediator mit Fachexpertise).
  • Der Schlichter besitzt für gewöhnlich Fachwissen, um den streitenden Parteien einen fachlich weisen Lösungsvorschlag unterbreiten zu können.
  • (*Der Beitrag über den Abbruch der wissenschaftlichen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche durch Prof. Christian Pfeiffer spricht von einer „Mediation unter Leitung eines von beiden Seiten anerkannten Schlichters“ und der dann unterzeichneten „Mediationsvereinbarung“. Quelle: FAZ vom 17.01.2013)