Vom Gesetz zur (Fernseh-)Serie

veröffentlicht am 23. August 2011

Österreich hat seit 2004 ein Zivilrechts-Mediations-Gesetz (ZivMediatG), Deutschland voraussichtlich noch in diesem Jahr. Wie selbstverständlich gehen unsere Nachbarn seitdem in Mediationsverfahren und nicht mehr vor Gericht? Ist durch das Gesetz die Konfliktlösung mithilfe eines Mediators für Österreicher eine völlig normale Sache geworden?

Für die Beantwortung dieser Fragen fehlen mir momentan belegbare Zahlen, Daten und Fakten. Was sich auf jeden Fall sagen lässt, ist, dass durch ein neues Gesetz das diesem zugrundeliegende Thema stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Berichtet die Presse darüber, wird das Thema gesellschaftsfähig; was vorher nur unter Experten diskutiert wurde, interessiert auf einmal auch die übrige Bevölkerung. Wenn dann auch noch Film, Fernsehen und Drehbuchschreiber das Thema entdecken, hat es das Potential, die breite Zuschauerschaft zu interessieren und „Quote zu machen“. Davon geht man momentan offensichtlich in Österreich aus: Nach sieben Jahren ZivMedG beginnen diesen Monat in Wien im Auftrag von ORF/ARD die Dreharbeiten zur Hauptabendserie „Paul Kemp – Der Mediator“ mit dem Tatort-Schauspieler Harald Krassnitzer. Fernsehfilmchef Heinrich Mis wolle damit den aktuellen Coaching- bzw. Mediatorenboom thematisieren und kritisch hinterfragen, so seine Aussage auf oe24.at. (hier nachzulesen)