Was bringt das Mediationsgesetz tatsächlich?

veröffentlicht am 20. Juli 2017

Justizministerium veröffentlicht erste Studie, die kaum überrascht

 
Im paragraphenhörigen Deutschland hilft noch nicht einmal ein Gesetz, um die Menschen von Mediation zu überzeugen. Das ist mein erster Gedanke, nachdem ich die Ergebnisse auf Seite 2 des 219 seitigen Berichts überflogen habe. Die meiner Meinung nach wichtigsten Ergegnisse habe ich Euch markiert:

1. Die Zahl der durchgeführten Mediationen ist auf einem gleichbleibenden niedrigen Niveau. Die Mediationen konzentrieren sich dabei überwiegend auf einige wenige Mediatoren.
2. Die Mediationstätigkeit bietet nur geringe Verdienstmöglichkeiten. Viele Mediatoren sind in der Ausbildung tätig.
3. Während die Mediationskostenhilfe von den Mediatoren als bestes Instrument zur Förderung der Mediation gehalten wird, rät der Bericht jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer allgemeinen, bereichsunabhängigen Regelung zur Mediationskostenhilfe ab.
4. Die Vollstreckbarkeit von Mediationsvereinbarungen wird von den Mediatoren im geringsten Maße als weiterführendes Instrument zur Förderung der Mediation erachtet. Für eine Sonderregelung zur Vollstreckbarmachung von Mediations(ergebnis)vereinbarungen sieht auch der Bericht keinen Bedarf.
5. Die Zertifizierung von Mediatoren, wie sie derzeit ausgestaltet ist, hat für die Nutzer wenig Relevanz. Inwieweit ein einheitliches öffentlich-rechtliches Zertifizierungssystem dies zu ändern vermag, ist empirisch nicht belegbar.

Sicherlich enthält der Bericht auch positive Erkenntnisse. Doch dazu kann ich erst etwas sagen, wenn ich in der nächsten Zeit die Gelegenheit finde, mich mit der Studie auseinanderzusetzen. Meine Gedanken findet Ihr dann in den kommenden Blogs.
 
Zum Mitreden und für eine gemeinsame Diskussion über den Nutzen der Studie für die Verbreitung der Mediation in Deutschland findet ihr die Studie hier: Evaluationsbericht BMJV Mediationsgesetz 0717

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