Was hat Karneval mit Mediation zu tun?

veröffentlicht am 16. Februar 2012

Karneval, Fasching oder Fastnacht, überall wird sich im Februar maskiert und geschminkt. Wer nicht in den Karnevalshochburgen des Landes lebt, hat sich wahrscheinlich zuletzt als Kind verkleidet. Können Sie sich noch an das Gefühl erinnern, das mit dem Anziehen des Kostüms oder dem Anmalen des Gesichts einherging? Man war auf einmal nicht mehr derselbe; bei Pirat oder Vampir ein eher mulmiges, beängstigendes Gefühl, sich so gruselig im Spiegel zu sehen. Mit den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen war man gleich ein bisschen vorlauter als sonst, als Prinzessin sehr viel vornehmer.
Die Welt aus den Augen eines anderen zu betrachten ist ein wichtiges Element in der Mediation. Wer dazu bereit ist, sich in die Haut seines Konfliktpartners zu begeben und die Dinge aus seiner Sicht zu betrachten, erhält wertvolle Erkenntnisse über andere Wahrnehmungen, die ohne dieses Einlassen nicht erreichbar sind. Gemeinsame Lösungsideen können nur entstehen, wenn über das aufeinander einlassen eine Begegnung auf Augenhöhe möglich wird.
Ein Tipp: Üben, jeden Tag! Schlüpfen Sie zum Beispiel in die Haut des Fahrers Ihres überfüllten Busses/S-Bahn/U-Bahn auf dem Heimweg, in die der Verkäuferin beim Bäcker am Sonntag früh angesichts der meterlangen Warteschlange (geht auch mit Supermarktkassiererinnen), usw.