Der große Unterschied zwischen gerichtlichem Vergleich und Mediationsverfahren

Im Rahmen einer Kündigungsschutzklage schließen Kläger und Beklagter einen Vergleich über 55.000 EUR. Der Beklagter überweist zwei Wochen später. Im Anschluss daran geraten die Parteien erneut in Streit, diesmal um die bis zur Zahlung entstandenen Verzugszinsen. Der Kläger erhebt Klage auf Zahlung der Zinsen in Höhe von 190,67 EUR, die innerhalb des Zeitraums vom Vergleichsschluss bis zur Bezahlung entstanden sind. Der Kläger hat Erfolg, allerdings lässt das Gericht gegen das Urteil ausdrücklich die Berufung zu. (ArbG Freiburg (Breisgau) 3. Kammer, Urteil v. 4.7.09, 3 Ca 263/08)
Das Beispiel aus dem gerichtlichen Alltag zeigt, dass uns unsere Emotionen nicht ruhen lassen, bis sie gehört worden sind, selbst wenn wir ein objektiv gutes Ergebnis erreicht haben. Weil der Kläger noch eine „Rechnung offen” hatte, die durch den Vergleich nicht beglichen werden konnte, musste sein Rechtsanwalt stellvertretend für ihn erneut in den Ring steigen, dessen Ergebnis rein logisch den Aufwand nicht gerechtfertigt haben dürfte.
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