Was bringt das Mediationsgesetz tatsächlich?

Justizministerium veröffentlicht erste Studie, die kaum überrascht

 
Im paragraphenhörigen Deutschland hilft noch nicht einmal ein Gesetz, um die Menschen von Mediation zu überzeugen. Das ist mein erster Gedanke, nachdem ich die Ergebnisse auf Seite 2 des 219 seitigen Berichts überflogen habe. Die meiner Meinung nach wichtigsten Ergegnisse habe ich Euch markiert: Was bringt das Mediationsgesetz tatsächlich? weiterlesen

Aktuelles zu den Standards für Mediationsausbildungen

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail, in der ich über die neuesten Entwicklungen in Sachen Qualitätsstandards für Mediationsausbildungen informiert wurde. Seit Veröffentlichung der Mediationsverordnung wird daran gearbeitet, gemeinsame Kriterien zu entwickeln.

Nach Mitteilung des BMWA ist es nicht gelungen, zwischen den juristisch geprägten und den mediativen Interessengruppen eine gemeinsame Grundlage zu finden. Die Mediationsverbände arbeiten deshalb nun alleine an der Entwicklung allgemeingültiger Qualifikationsstandards für Mediationsausbildungen weiter:

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Die Geschichte von einer Orange und zwei Schwestern

Was macht man in einer Mediation?

Orange Konflikt Schale SaftZwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Schließlich kommt die Mutter in die Küche, teilt die Orange in zwei Hälften und gibt jedem Kind eine Hälfte. Beide Schwestern sind jedoch unzufrieden! WARUM?

Hätte die Mutter ihre Töchter gefragt, warum sie beide die Orange haben möchte, hätte sie vielleicht folgende Antwort bekommen:

  • Tochter 1: „Ich brauche die Schale, weil ich einen Kuchen backen will.“
  • Tochter 2: „Ich brauche die Frucht, weil ich einen Orangensaft trinken will.“

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Es bewegt sich was in Sachen Mediationskostenhilfe … in Österreich

Bewegung kommt auf, zumindest im Nachbarland Österreich. Das österreichische Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ) bezuschusst die Kosten für Familienmediation, zumindest „unter bestimmten Voraussetzungen“. Dazu gehört, dass das Mediatorenteam neben seiner Mediationsausbildung die fachliche Kombination psychosoziale Ausbildung + juristischer Hintergrund vorweisen muss, um zuschussfähig zu sein. Außerdem müssen die Familienmediatoren Mitglied ein einem der fünf Mediationsvereine sein, mit denen das Ministerium zusammenarbeitet.


Eine Mediationsstunde in Co-Mediation wird mit EUR 220,00 pro Team veranschlagt. Die Bezuschussung ist abhängig von der Höhe des nachgewiesenen Familieneinkommens. Der Selbstbehalt der Paare wird von den Mediatoren anhand einer Tariftabelle ermittelt. In der Praxis zahlen die Paare ihren Selbstbehalt an die Mediatoren und diese erhalten den Zuschussanteil von den Mediationsvereinen, die vom Ministerium anerkannt worden sind.


Paare, die sich ihre Familienmediation bezuschussen lassen wollen, müssen sich Ihren Familienmediatore aus der Liste des BMFJ auswählen.


Weitere Informationen

Warum sich Mediation für betriebliche Nachfolge eignet

Ein FAZ-Artikel vom heutigen Tage ist Anlass für mich, erneut auf dieses spannende Arbeitsfeld für Mediatoren hinzuweisen: Im Rahmen des Generationenwechsels könnten Mediatoren nämlich ein interessantes Betätigungsfeld gewinnen. Bis 2018 werden in Deutschland 135.000 Familienunternehmen die Nachfolge wechseln! (Quelle: FAZ vom 26.11.15, „Warum so viele Betriebe keinen Nachfolger finden“) Doch der Wechsel ist mit Problemen verbunden die vielen Familien gar nicht bewusst sind. Eines davon hängt mit der Struktur von Familienunternehmen zusammen. Sie weisen ein komplexes Beziehungsgeflecht auf. Die Familienmitglieder begegnen sich dort sowohl mit ihrer beruflichen als auch mit ihrer privaten Identität. Diese Rollen können durchaus unterschiedlich sein und nicht jedem ist die Doppelrolle bewusst. Die Rollen werden häufig vermischt und das führt zu Konflikten. Bei der Nachfolge setzen zudem viele Unternehmen auf die bewährten Experten Steuerberater und Rechtsanwalt. Wichtige Ratgeber, die häufig aber nicht Aspekte wie familiäre Traditionen und emotionale Eigenheiten bei der Nachfolge im Blick haben. Aus ihnen speisen Familienunternehmen jedoch ihre Identität und müssen deshalb in der Diskussion berücksichtigt werden.

Um in dieser Vielschichtigkeit jedem eine Stimme zu geben eignen sich Mediatoren als Prozessbegleiter. Sie wissen, dass emotionale Gründe für die perfekte Lösung eine entscheidende Rolle spielen können. Sie strukturieren das Gespräch und lassen die Entscheidungsfindung in den Händen der Familie. Am Ende steht eine eigene Lösung, die die Werte und Tradition der Familie wiederspiegelt.

(Dazu auch mein Blog „Papa Hipp geht in den Ruhestand“)

Mediation_Familienunternehmen